Frisch vom Markt: Französisches Obst und Gemüse im Frühling & Frühsommer

Von Géraldine Leverd

Für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als mit einem leeren Korb über einen Wochenmarkt zu schlendern – erst recht im Frühling und Frühsommer, wenn die Stände förmlich vor Farben sprühen! Das gehört für mich in Frankreich schon immer zu den liebsten Samstagsritualen. 

Summer fruit and veg

Wenn ihr die Marktatmosphäre genauso liebt wie ich, stelle ich euch hier meine 6 Highlights vom französischen Markt vor, die ihr dieses Jahr auf keinen Fall verpassen dürft. Ich zeige euch, wie ihr sie richtig auswählt, zubereitet und was sie so besonders macht. 

 

Weißer und grüner Spargel 

Er ist einer der Vorboten der warmen Tage: Wenn der erste weiße Spargel auftaucht, vor allem der berühmte französische Spargel aus den Landes oder dem Loiretal. Man findet ihn ab Anfang März, und die Saison geht bis Juni. Ähnlich sieht es beim grünen Spargel aus. 

💡 Wusstet ihr schon? Spargel gehört zu den am schnellsten wachsenden Gemüsesorten überhaupt. Bei idealem Wetter kann eine Stange bis zu 15 cm pro Tag wachsen! 

Mein Tipp: Achtet beim Kauf auf feste, gerade Stangen mit geschlossenen Köpfen. Weißer Spargel sollte hell sein (evtl. mit einem zarten violetten Schimmer am Kopf), grüner Spargel durchgehend sattgrün. Damit er zu Hause knackig bleibt, stellt die Stangen aufrecht in ein Glas Wasser oder wickelt sie in ein feuchtes Tuch im 

Kühlschrank ein. Während der weiße Spargel geschält und gekocht werden muss (mehr Tipps zur Zubereitung von weißem Spargel), schmeckt der grüne auch fein aufgeschnitten roh im Salat oder auf einer herzhaften Tarte oder Quiche

Erdbeeren 

Sie sind wohl die unangefochtenen Stars der Saison! Frankreich ist stolz auf einige der besten Sorten weltweit: Gariguette, Mara des Bois oder Charlotte – insgesamt gibt es fast 35 französische Sorten. 

Die meisten kommen aus dem Südwesten, dem Lot-et-Garonne oder dem Loiretal. Die Wahl ist einfach: Sie müssen tiefrot sein und intensiv, aber fein duften. 

💡 Wusstet ihr schon? Oft werden sie in „hängenden Gärten“ angebaut. Das schont den Rücken der Erntehelfer und schützt die empfindlichen Früchte. 

Ganz wichtig: Wascht Erdbeeren immer mit dem grünen Kelch! Entfernt ihr ihn vorher, dringt Wasser in die Frucht ein, sie verwässert und verliert ihr feines Aroma. Mein Dessert-Favorit? Ganz klar die klassische französische Charlotte aux Fraises

Tomaten 

Bei französischen Tomaten macht die Vielfalt den Reiz aus: von klassischen roten Sorten über die grün gestreifte „Zebra“ bis hin zu orange-rosa Tönen. Ihre Hauptsaison beginnt im Mai und geht bis Oktober – dann sind sie besonders süß und saftig. Anbaugebiete sind vor allem die Bretagne, das Loiretal und der Süden (Provence). 

Obwohl sie ursprünglich aus Südamerika stammen, sind sie aus der französischen Küche nicht mehr wegzudenken – man denke nur an Tomates à la provençale oder Ratatouille

Die goldene Regel: Bewahrt Tomaten niemals im Kühlschrank auf! Bei Zimmertemperatur behalten sie ihre Struktur und ihr volles Aroma. 

Gurken 

Die französische Gurke wird hauptsächlich in der Region Pays de la Loire und rund um Orléans angebaut. Von April bis August ist sie der ideale Frische-Kick für heiße Tage

💡 Wusstet ihr schon? Mit einem Wassergehalt von 96 % ist sie das wasserreichste Gemüse im Garten und hilft uns perfekt dabei, hydriert zu bleiben. 

Achtet beim Kauf auf eine glatte, glänzende Schale ohne Flecken. Im Gegensatz zu Tomaten gehört die Gurke ins Gemüsefach des Kühlschranks. Ob im Salat, als kalte Suppe mit Joghurt und Basilikum oder sogar im Cocktail – sie ist super vielseitig! 

Artischoken 

Für mich ist die Artischocke ein weiteres große Frühlings-Highlight. In Frankreich lieben wir sie! Sie wächst vor allem in der Bretagne oder im Süden. Eigentlich ist die 

Artischocke eine riesige Blütenknospe: Würde man sie nicht ernten, entstünde daraus eine wunderschöne violette Blume. 

Wählt feste Exemplare mit enganliegenden, grünen (oder leicht violetten) Blättern. Lagert sie unbedingt mit Stiel im Kühlschrank, damit sie frisch bleiben. 

Zubereitung: In Zitronen-Salzwasser oder Dampf ca. 40–45 Minuten garen. Wenn sich die Blätter leicht lösen lassen, ist sie fertig. Am besten ganz klassisch genießen: Blatt für Blatt abzupfen und in eine gute Vinaigrette tauchen. 

Pfirsiche und Aprikosen 

Sobald Pfirsiche und Aprikosen an den Ständen auftauchen, ist für mich offiziell Sommer! 

💡 Wusstet ihr schon? Ein Pfirsichbaum braucht viel Geduld: Erst nach sieben Jahren kann man die ersten Früchte ernten – und meist lebt er nur etwa 15 Jahre. Der 

Aprikosenbaum hingegen ist robuster und kann bis zu 50 Jahre alt werden, ist aber sehr eigenwillig. Da er sehr früh blüht, fürchtet er späten Frost. Jede Ernte ist also ein kleines Geschenk des Wetters! 

Vertraut beim Kauf nicht nur auf die Farbe, sondern vor allem auf den Duft und die Textur: Die Früchte sollten bei leichtem Druck ganz zart nachgeben. 

Tipp: Ich liebe sie sowohl in einer Tarte als auch roh. Besonders spannend: Sie passen hervorragend zu herzhaften Gerichten! Probiert sie mal auf Grillspießen oder geschmort zu Schwein oder Geflügel – die Schale bringt eine wunderbare feine Säure mit. 

Profi-Tipp zum Schluss 

Um die beste Qualität zu garantieren, lohnt sich ein Blick auf die Tipps der Experten. Ein MOF Primeur (Meilleur Ouvrier de France, Auszeichnung für Obst-/Gemüsehändler), ist ein Meister seines Fachs. Schaut euch unbedingt die „Ask the Expert“-Serie an, um zu lernen, wie ihr Obst und Gemüse wie ein Profi auswählt. 

Achtet beim Einkauf immer auf das Label „Origine France“ – es ist das Versprechen für kurze Wege, beste Saisonalität und unvergleichlichen Geschmack. 

Und, wo führt euch euer Weg am nächsten Markttag hin? Ich hoffe, diese Tipps helfen euch dabei, euren Korb mit den besten Aromen der Saison zu füllen. Viel Spaß auf dem Markt und vor allem: Bon appétit! 

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