Dieses nahe an der spanischen Grenze gelegene Weinbaugebiet mit Blick auf die Pyrenäen bringt seit vielen Jahren köstliche Weißweine hervor, sowohl trockene als auch liebliche. Die gute Nachricht? Junge Winzer führen die Tradition mit Bravour weiter. Unter ihnen Lucie und Maxime Salharang, die bei Null angefangen und es mittlerweile weit gebracht haben. Wir überzeugen uns selbst vor Ort und bei einem guten Glas Wein. 

New blood in Jurançon

Die Vielfalt des „Sud-Ouest“ 

Wenn es um die großen Weinbauregionen Frankreichs geht, sprechen sowohl Fachleute als auch Weinliebhaber einstimmig vom „Sud-Ouest“, einem nicht näher bestimmten Gebiet zwischen dem Bordelais, dem Languedoc und der Provence. Ein ungenauer Sammelbegriff für eine Vielzahl kleiner Weinbaugebiete, von denen jedes seinen eigenen Charakter hat, was die geografische Lage, das Terroir, das Klima oder auch die Fläche betrifft. Welche Gemeinsamkeiten haben Gaillac, das Rot-, Weiß- und Roséweine aus alten, vor allem autochthonen Rebsorten produziert, Cahors, das mit seiner vorherrschenden Rebsorte Malbec nur auf Rotwein setzt, Fronton mit seiner lokalen Traubensorte namens Negrette oder Bergerac, das Rotweine mit unterschiedlichen Charakteren und Weißweine von trocken bis likörartig hervorbringt? Um eine der spannendsten Appellationen dieses großen Südwestens zu finden, begeben wir uns in das „Piemont“ der Pyrenäen. 

© ©LOUIS-LAURENT GRANDADA

Ein Weinberg ganz oben 

Nur einen Steinwurf von Pau entfernt liegt Jurançon, wo sich die Weinberge in einer hügeligen Landschaft ausdehnen. Von hier aus bietet sich oft ein atemberaubendes Panorama auf die Pyrenäen-Kette. Hier werden ausschließlich weiße Rebsorten angebaut! Süßweine von schöner Ausgewogenheit, auf denen das Gebiet von Jurançon seinen Ruf aufgebaut hat, aber auch trockene Weine, die ebenso bemerkenswert sind. Seit langem sind einige historische Weingüter wie Souch, Camin Larredya oder Cauhapé das Aushängeschild der Region ebenso wie sehr talentierte Winzer mit ihren qualitativ hochwertigen Weinen. In den letzten Jahren ist eine neue Generation hinzugekommen, die sich für einen Weinbau mit vorbildlichen Praktiken einsetzt, der verantwortungsbewusst mit dem Boden, den Pflanzen und der Umwelt umgeht. 

© ©LOUIS-LAURENT GRANDADAM

Zu zweit geht alles besser! 

Auf dem Weingut Clos Larrouyat in Gan sind Lucie und Maxime Salharang zweifellos an dieser Erneuerung beteiligt. Das Paar, das nur drei Hektar Land bewirtschaftet, hat es sich auf die Fahnen geschrieben, aus dieser kleinen Fläche das Beste herauszuholen, anstatt zu wachsen und dabei einen Verlust von Sorgfalt und Genuss in Kauf zu nehmen. Zu einer Zeit, als Maxime noch auf dem Weingut Souch arbeitete, pflanzte er 2011 seine ersten Rebstöcke und füllte 2014 seinen ersten Jahrgang ab. Seitdem hat sich das Weingut, das auf einer Höhe von 340 m liegt, stetig weiterentwickelt und gehört nun zu den festen Größen der Region. Lucie, die nun ausschließlich auf dem Gut arbeitet, und Maxime machen alles zu zweit. Und an Arbeit mangelt es nicht! Vor allem in den Weinbergen, wenn man streng biologisch und biodynamisch wirtschaftet, und erst recht in einer Ecke Frankreichs, in der es viel regnet. „Alles zu zweit“, oder fast, denn es braucht schon einige Helfer, um die Trauben der Sorten Gros Manseng, Petit Manseng und Camaralet zu ernten. Als Helfer erweisen sich auch die kleinen Ouessant-Schafe, die im Winter als Öko-Rasenmäher in den Weinbergen fungieren. Im Weinkeller gibt es keine Zusatzstoffe oder Aufhübschung, um auf keinen Fall die Spuren eines ursprünglichen, 240 Millionen Jahre alten Terroirs in den Aromen zu verwischen. Im Glas zeigt sich eine sehr mineralische Ausprägung bei allen Cuvées dieses Weinguts, das seine Weine in die Gastronomie und an knapp 100 Weinhändler in Frankreich verkauft sowie in ein Dutzend Länder exportiert! 

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Die Auswahl von Taste France Magazine 

Clos Larrouyat - Jurançon sec – "Météore" 2021

Auf dem Terroir dieses Weinguts steigt der Alkoholgehalt des Petit Manseng weniger stark an als anderswo. Im Verschnitt mit dem Gros Manseng ergibt er hier einen hellen, energiegeladenen Weißwein, der von einem mineralischen Abgang mit ausgesprochener Länge abgerundet wird! 

Clos Larrouyat - Jurançon sec – "Comète" 2020

Mit einem breiteren und runderen Profil als „Météore“ präsentiert sich dieser „Comète“, dem es nicht an Frische mangelt, ganz im Gegenteil. Er eignet sich gut als Weißwein für die gehobene Gastronomie. Die alte einheimische Rebsorte Camaralet, von der es nur noch eine Handvoll Hektar gibt, macht 25 % des Verschnitts aus, an dem auch der Petit Manseng beteiligt ist. 

Clos Larrouyat – Jurançon – "Phoenix" 2021

Die Angst vor Schwere packt uns, wenn wir einen lieblichen Weißwein probieren. Doch schon nach dem ersten Schluck breitet sich die verblüffende Ausgewogenheit dieser Cuvée am Gaumen aus. Blumige Aromen, Noten von leicht kandierten Zitronen und Minze vermischen sich, bevor der Abgang klar und sehr salzig ist. Auch der Jahrgang 2020 ist ein gelungener Wein. 

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