Wein

Wine O’Clock: Bäume im Weinberg

Pierrick Jegu von Pierrick Jegu, Autor 05.09.2021
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In letzter Zeit durchstöberte ich meine Bibliothek immer mal wieder nach meinen ersten Wein-Lektüren, um sie dann mit den neusten Erscheinungen zum Thema zu vergleichen. Dabei wurde mir klar, dass heute Begriffe allgegenwärtig sind, von denen seinerzeit nicht im Geringsten die Rede war. Allen voran Artenvielfalt und Agroforstwirtschaft. Das spricht für sich…

Wenn Autoren ihre Glossare mit diesen Begriffen spicken, bedeutet das, dass sie zunehmend in aller Winzer Munde sind. Und das bringt eine Überzeugung zum Ausdruck: Wie bei vielen anderen Monokulturen besitzt diese Anbaumethode auch im Weinbau ihre Schattenseiten, sei es durch eine globale Bedrohung des ökologischen Gleichgewichts, sei es durch die Begünstigung des Artensterbens und der Ausbreitung von Krankheiten… und so werden Weinparzellen aller Regionen inzwischen immer häufiger von Hecken umgeben und Bäume mitten im Weinberg gepflanzt. Aus welchem Grund? Auf diese Weise soll die Artenvielfalt gefördert werden, was wiederum den Reben zugutekommt. Die Methode kann mit zahlreichen Vorteilen aufwarten. Die Bepflanzung leistet einen wertvollen Beitrag zur Eindämmung der Bodenerosion. Auf abschüssigen Hängen besteht bei heftigen Regengüssen die Gefahr, dass durch abrutschende Erdmassen die unteren Bereiche der Rebstöcke freigelegt werden. Mit sachgerecht platzieren Hecken und Bäumen kann das nicht passieren. Die Bepflanzung übt sich zudem förderlich auf das Mikroklima aus. Sie spendet Schatten und verhindert das Verdorren der Reben in gleißender Sonne. In Regionen mit hohem Windaufkommen, z.B. im Roussillon mit der Tramontane, zügelt sie dessen Intensität und hilft so, eventuelle Schäden abzuwenden. Darüber hinaus wirkt sie sich dank der Erzeugung von Biomasse durch die verschiedenen gepflanzten Baumarten positiv auf die Bodenstruktur aus. Nicht zuletzt bietet sie Lebensraum für eine vielfältige Tierwelt, die u.a. zur Vertilgung von Rebenschädlingen beiträgt. Die Fledermaus zum Beispiel ernährt sich von den aus Traubenwürmern ausgeschlüpften Schmetterlingen. Damit ihr Ortungssystem funktioniert, benötigen sie höhere Hindernisse wie etwa Bäume, die die von ihnen ausgesendeten Ultraschallwellen reflektieren und auf diese Weise Aufschluss über die Position der begehrten Insekten geben!  

Dass der biologische Landbau immer mal wieder als Modetrend abgetan wurde, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass er eine grundlegende Infragestellung in Gang gebracht hat. Ebenso verhält es sich mit der Agroforstwirtschaft und dem Erhalt der Artenvielfalt. Um sie den Gegebenheiten des jeweiligen Terroirs anzupassen, sind konsequentes Engagement und Zielstrebigkeit unerlässlich. Soll um die Parzellen herum oder mittendrin gepflanzt werden? Einzelne Bäume oder Baumreihen? Welche Sorten? Diese und viele andere Fragen gilt es zu beantworten. Und bei diesem Ansatz sind nicht etwa Improvisationskünste gefragt, sondern eine wohl durchdachte, langfristige Vorgehensweise.

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